Vortrag und Diskussion: Fairhandel statt Freihandel

24.4.2017 | 19.30 Uhr | Saal an der Christuskirche Bochum |

Regeln für Unternehmen weltweit?! – Auf dem Weg zu einem UN-Treaty zu Wirtschaft und Menschenrechten

Eingang links neben dem Haus der Kirche, Westring 26a

Lageplan (zum Vergrößern anklicken)

Freihandels- und Investitionsschutzabkommen erleichtern weltweit tätigen Unternehmen den Zugang zu Märkten und Rohstoffen und schützen ihre Interessen mit verbindlichen und einklagbaren Rechten. Für den Schutz der Menschenrechte bei diesen weltweiten Unternehmenstätigkeiten gibt es hingegen keine internationalen Durchsetzungsmechanismen.

Wenn Unternehmen im Ausland die Rechte von Arbeiterinnen und Arbeitern verletzen, die lokale Bevölkerung von ihrem Land vertreiben oder Schäden für Umwelt und Gesundheit verursachen, bleibt dies häufig für sie ohne Folgen. Je härter der globale Wettbewerb, desto mehr Schutz würden die Menschen in den weltweiten Lieferketten eigentlich brauchen.
Die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte geben zwar durchaus fortschrittliche Empfehlungen für Staaten und Unternehmen, bleiben aber völkerrechtlich unverbindlich.

Angestoßen durch Ecuador und Südafrika hat im Juni 2014 im UN-Menschenrechtsrat nun ein neuer Prozess begonnen: Eine Arbeitsgruppe soll ein international rechtlich verbindliches Instrument erarbeiten, um die Aktivitäten von Unternehmen mit Blick auf die Menschenrechte zu regulieren. Wie ist dieser Treaty-Prozess einzuordnen? Welche Chancen bietet er im Einsatz für einen faireren Welthandel? Und welche Rolle nehmen die EU und Deutschland hierbei ein?

Die Refentin:

Eva-Maria Reinwald ist seit April 2016 Promotorin für globale Wirtschaft und Menschenrechte beim SÜDWIND-Institut in Bonn. Die Fachstelle möchte auf menschenrechtsverletzende Strukturen globalen Wirtschaftens hinweisen, Wege zur Veränderung aufzeigen und zum Engagement für eine gerechte Weltwirtschaft anregen. Eva-Maria Reinwald, geb. 1984, hat in Wuppertal und Greifswald Politikwissenschaften (MA) mit dem Schwerpunkt „Demokratie und Globalisierung“ studiert und hat vor ihrer jetzigen Tätigkeit als politische (Bildungs-)Referentin gearbeitet.