Vortrag und Diskussion: Kapitalismus und Krise

Pedro Paez aus Ecuador erläutert Ursachen der Krise sowie konkrete Alternativen

Immer wieder versucht die Politik zu vermitteln, dass es zur derzeitigen Krisenpolitik keine Alternative gibt, als Bankenrettungen, Schuldenbremsen, Sparen, Privatisierungen und Liberalisierungen der Arbeitsmärkte. Geholfen hat das bisher wenig. Im Gegenteil, die Schulden steigen und die Schere zwischen Arm und Reich geht immer mehr auseinander.
In Lateinamerika gibt es seit einigen Jahren eine Politik, die sich als Alternative zu diesem neoliberalen Mantra versteht. So haben einige Länder ihre Schulden nicht oder nur teilweise zurückgezahlt, die Ausgaben für Soziales, Bildung und Infrastrukur sind gestiegen, die Armut reduziert, sowie privatisierte Unternehmen wieder in öffentliche Hand genommen. Das Motto der Regierung in Ecuador ist: erst der Mensch – dann die Banken. So ist in der Verfassung auch die Übernahme von privaten Schulden durch die Regierung verboten.
Außerdem wurde von mehreren Ländern Lateinamerikas die Bank des Südens gegründet sowie eine virtuelle Währung, der SUCRE, eingeführt. Damit soll die Abhängigkeit von Krediten des Internationalen Währungsfonds sowie vom Dollar umgangen werden. Die Länder Lateinamerikas stehen im Moment mit dieser Politik besser dar als die Länder Europas. Es gibt Wachstum und die Versorgung der Bevölkerung hat sich verbessert.
Pedro Paez aus Ecuador erläutert in der Veranstaltung die Ursachen der Krise sowie die konkreten Alternativen, die auch für Europa eine Alternative darstellen können. Jedoch entstehen Alternativen nicht von selbst, sondern die Menschen müssen Druck ausüben und die Alternativen sichtbar machen. Die Veranstaltung will dazu beitragen.

Pedro Paez, Ökonom, Ecuador, war Wirtschaftsminister und Präsident der Bank des Südens, sowie Beauftragter zur Entwicklung einer neuen Finanzmarktarchitektur für Lateinamerika, sowie Mitglied der Stiglitz-Kommission bei der UNO.

Veranstalter: Humanitäre Cuba-Hilfe, Attac, Occupy Bochum, Labournet, Evangelische Stadtakademie Bochum

Mo., 23.März, 19.30 Uhr
 
Evangelische Stadtakademie Bochum
Westring 26 c
44787 Bochum